Samstag, 7. September 2013

Aller Anfang ist schwer...mal wieder

Es ist der Abend vor den Fastenwochen...

Die Frage, die mir heute einige mal durch den Kopf ging "Sollte ich mir vorher noch was richtig, leckeres Kochen oder den Lieferservice in Anspruch nehmen?" - sozusagen meine Henkersmahlzeit.

Letztendlich kaue ich im Moment auf einem trockenen Mohnbrötchen vom Vortag rum.

Henkersmahlzeiten hatte ich letztendlich die letzten Wochen und Monate über genug...und ich freue mich indirekt auf die Zeit ohne Essen, es ist wie eine Kernsanierung.

Zum Fasten hab ich mich für das Optifast Home Programm von Nestlé entschieden, da ich die Vorzüge und Erfolge aus dem Optifast 52 Programm in der Uniklinik Köln kennenlernen durfte.

Fast zwei Jahre sind seitdem vergangen; ich hab dieses Programm mit 15 anderen Protagonisten durchgezogen, von denen zwar am Ende des Jahres nicht mehr alle dabei waren, die mich aber dennoch geprägt haben. Wir haben gelacht, gelitten, gejammert, geschimpft und uns ständig gegenseitig motiviert

An dieser Stelle einen schönen Gruß an die legendäre Gruppe 8 - Kinder, wir haben bald Einjähriges, nach Beendigung des Programms, sowas sollte doch gefeiert werden, oder?

Ich will das Programm nicht bewerben, aber kann es dennoch jedem empfehlen, der sein Gewicht reduzieren und auf neuem Wege durchstarten möchte (und der das nötige Kleingeld übrig hat).

Wer sich jetzt fragt, warum ich trotz meines Erfolges dann nochmal dieses Programm durchmache, liegt darin, daß sich leider auch mein Alltag seit mehr als neun Monaten stark verändert hat....und nein ich bin nicht Vater geworden!

Während des Programms ist meine Mutter an Krebs erkrankt, Mundbodenkarzinom, ich will hier noch nicht näher darauf eingehen, aber sie hat mehr als 35 KG verloren und wird keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen können. Nun ja, seit Anfang des Jahres häuften sich leider immer mehr Zwischenfälle, von Knochenbrüchen über Kurzzeitpflegeaufenthalte, bis hin zu Krankenhausaufenthalten aufgrund von Schwächefällen und der ständigen Angst bei Nachsorgeuntersuchungen wieder eine Hiobsbotschaft von den Ärzten zu erfahren.

Vor dieser Zeit bin ich sechsmal die Woche morgens um 5:00 Uhr eine Stunde gelaufen - dieses Jahr war es bestimmt nur 5-6 mal gesamt! Die Zeit für Sport ist für mich gänzlich auf der Strecke geblieben, da die Pflege doch intensiver und mehr an die Substanz geht, als ich ursprünglich dachte.

Ich für meinen Teil habe mittlerweile gemerkt, daß ich mein Limit längst überschritten habe, mein Körper und Geist sind ausgebrannt, soziale Kontakte bleiben auf der Strecke, das Wort Freizeit habe ich kürzlich noch gegoogelt, da ich die Bedeutung dafür verloren habe und auf Dauer wird bestimmt auch die Leistung auf der Arbeit dran glauben müssen.

Die Frage, die ich mir seit ein paar Tagen seit der Anmeldung stelle:
werde ich diese sechs Wochen ohne große Hilfe durchhalten und nicht schwachwerden?

Ich nutze diesen Blog sozusagen als meine Fastenbegleiter, meinen therapeutischen Zuhörer, mein emotionales Dashboard, der von jedem gelesen werden kann (ob ich es zeitlich schaffe täglich posten, wird sich noch zeigen).

Wer jetzt glaubt, daß er von mir hier meine dunkelsten Geheimnisse erfahren kann, den muss ich enttäuschen - a) kennt die eh schon jeder und b) gibt es dunkle Geheimnisse Mittwochs bei Pro7 "Under the dome" ;)

In diesem Sinne auf eine fröhliche Fastenzeit!



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